Pignolo

1398. Der Wein der Benediktiner wurde als Heilmittel geschätzt, wenn es stimmt, dass „Francesco di Carrara im Jahr 1398 die Signoria von Venedig bat, zwanzig Fässer Pignòlo-Wein für seine Verwendung und Gesundheit, wie es der Rat seiner Ärzte war, von Friaul nach Padua über die venezianischen Gewässer und Häfen befördern zu dürfen. Die Signoria gewährte natürlich die Befreiung von Zoll und Abgaben“ (Arch. di Stato, Venedig, Senato misti, Band 44, c 37 v.).

 

1930. Prof. Dalmasso vermerkte in den Degustationsnotizen für einen Pignolo des Jahrgangs 1930 (wie uns Guido Poggi erzählt, Verfasser des Atlante Ampelografico der Friauler Reben): „Ein einzigartiger Typ von Wein: ein Luxuswein?“. Ja, er hat ins Schwarze getroffen: Pignolo ist ein Luxuswein, aber es mussten viele Jahre vergehen, um den Beweis zu erbringen.

1978. Der Schreiber dieser Zeilen übernahm in Pacht gemeinsam mit Manlio Collavini die alten Weinberge der Abtei von Rosazzo, Wiege dieses Weins während der Regentschaft der Benediktiner (1091 – 1423). In den verwahrlosten Weingärten fand ich nur zwei Pignolo-Stöcke und von diesen ging ich aus.

 

1984. Das Jahr der ersten Lese. Ich bereitete diesen Wein als großen Alterungswein. Die Qualität dieser Intuition bestätigte sich Jahre später, als im Jahr 2000 – bei einer gemeinsamen Verkostung mit Luigi Veronelli, der ihn als Erster besprach – der 1985er als bester Jahrgang gekürt wurde. Im November 2015 wurden die Jahrgänge 1985, 1986, 1987 und 1999 verkostet: wieder superb. Der 1999er wurde als geeignet befunden, auch das Jahr 2030 im ausgezeichneten Zustand zu erreichen!

 

2014. Es entsteht der Nero Magis.

 

2015. Es entsteht der Nero Magis Riserva. Beide haben die gleiche „Seele“: den Pignolo.

Merlot

Die Traube hat ihren Ursprung im Bordeaux und findet im Weinbaugebiet Pomerol zu ihrem höchsten Ausdruck. Sie ist die in Friaul meist kultivierte Rebe, seit sie 1880 vom Senator Pecile und dem Grafen Brazzà eingeführt wurde. Sie verbreitete sich schlagartig, bereits 1886 erhielt Graf Savorgnan di Brazzà die Goldmedaille in Cividale, wo er erstmals präsentiert wurde. Diese Traube eignet sich perfekt für unser Mikroklima und unsere Böden, sodass die Weine zu einem qualitativ hochwertigen und charakterstarken Ausdruck finden können.